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Neuer Geschäftsführer – so gelingt das erste Jahr, wenn alle genau hinschauen

Als neuer Geschäftsführer gewinnen Sie das erste Jahr nicht mit möglichst vielen Maßnahmen. Sie gewinnen es mit drei klaren Prioritäten, einem früh geführten Gespräch über die Ziele mit Eigentümer oder Beirat und einem Team, das weiß, wofür Sie stehen. Wer das in den ersten Monaten klärt, muss sich später nicht rechtfertigen.

Coachin für neue Geschäftsführer im dunkelblauen Shirt steht lächelnd mit verschränkten Armen vor großen grünen Blättern.

Warum fühlt sich das erste Jahr an, als würden alle nur auf meinen Fehler warten?

Weil im ersten Jahr tatsächlich alle genau hinschauen. Der Eigentümer will sehen, ob seine Wahl richtig war. Das Team will wissen, ob der Neue etwas taugt. Und die Bereichsleiter testen, wie viel sie sich erlauben können.

„Ich hab das Gefühl, die warten nur drauf, dass ich einen Fehler mach.“ Diesen Satz sagt kaum jemand laut, aber viele denken ihn. Dahinter steckt eine Sorge, die für angestellte Geschäftsführer ganz real ist: Das Unternehmen gehört Ihnen nicht, und Sie wissen, dass man Sie austauschen kann.

Ich nehme diese Sorge ernst, weil ich sie kenne. Als ich Geschäftsführerin wurde, war ich recht schnell allein in der Geschäftsführung. Von oben hatte ich deshalb gar nicht so viel Druck. Dafür hat mich das Team nach dem schnellen Wechsel sehr kritisch beobachtet. Ich habe gespürt, wie genau alle hingeschaut haben, was die Neue macht. Also habe ich sehr gewissenhaft gearbeitet und mit jedem gesprochen, viel und immer wieder. So habe ich die Informationen bekommen, die ich gebraucht habe, und mir keine Blöße gegeben.

Was ich daraus mitgenommen habe: Das Gefühl, beobachtet zu werden, verschwindet im ersten Jahr nicht. Aber Sie entscheiden, was die anderen sehen. Jemanden, der hektisch auf alles reagiert, oder jemanden, der zuhört und dann weiß, wohin er will.

Was erwarten Eigentümer und Beirat in den ersten Monaten wirklich von mir?

Meistens weniger, als neue Geschäftsführer glauben. Nach ein paar Monaten erwartet kaum ein Eigentümer fertige Ergebnisse. Er will Orientierung sehen. Hat der Neue verstanden, wo das Unternehmen steht? Und kann er sagen, was er als Nächstes angeht und warum?

Schwierig wird es, weil die Ziele, an denen Sie gemessen werden, oft nie richtig ausgesprochen wurden. Es gibt eine Erwartung im Raum, aber niemand hat sie aufgeschrieben. Ein Jahr später heißt es dann: „Wir hatten uns mehr erhofft.“

Deshalb lohnt sich eine Frage, die sich viele nicht zu stellen trauen: Woran wollen Sie meinen Erfolg in einem Jahr messen? Stellen Sie diese Frage früh, und halten Sie die Antwort schriftlich fest. Damit zeigen Sie nicht Unsicherheit, sondern dass Sie die Richtung mitbestimmen wollen.

Wie Sie sich auf die erste Sitzung mit dem Beirat vorbereiten, habe ich im Ratgeber Ihre Beiratssitzung vorbereiten, mit Leitfaden und Checkliste aufgeschrieben.

Muss ich gleich alles umkrempeln, um zu zeigen, dass ich es kann?

Nein. Der Druck, schnell etwas vorzuweisen, ist groß. Also starten sie ein Projekt nach dem anderen. Nach ein paar Monaten läuft vieles gleichzeitig, aber kaum etwas richtig, und Sie hängen überall selbst drin.

Besser ist es, erst hinzuschauen und dann zu entscheiden. Wohin geht Ihre Zeit wirklich? Was fordert der Eigentümer? Wo hakt es im Team? Aus diesem Bild leiten Sie drei Prioritäten ab, nicht zehn.

Dann kommt der unbequeme Teil: Sie legen fest, was bewusst liegen bleibt. Das fühlt sich zuerst riskant an. Riskanter ist es aber, alles anzufangen und nichts fertigzumachen.

Wie ich angestellte Geschäftsführer genau in dieser Phase begleite, lesen Sie auf meiner Seite Coaching für Geschäftsführer mit Ablauf, Preisen und Erstgespräch.

Wie sorge ich dafür, dass das Team mich als Chef annimmt?

Ihr Team will vor allem wissen, woran es bei Ihnen ist. Ein Team, das nicht weiß, was der Neue will, macht einfach weiter wie bisher oder schiebt jede Entscheidung nach oben.

Vier Dinge machen den Unterschied:

Mit wem kann ich offen reden, ohne dass es Folgen hat?

Das ist im ersten Jahr oft die schwierigste Frage. Nach oben wollen Sie keine Unsicherheit zeigen, nach unten genauso wenig. Was fehlt, ist ein Ort, an dem Sie laut denken dürfen und an dem Ihnen jemand ehrlich sagt, wenn Sie sich verrennen.

Genau dafür gibt es mein Executive Sparring. Es ist für angestellte Geschäftsführer gedacht, die die Rolle vor drei bis zwölf Monaten übernommen haben. In fünf Terminen arbeiten wir an fünf Schritten: Standort, Prioritäten, Position, Team und Plan. Am Ende haben Sie Ihre Prioritäten schriftlich, das Gespräch über die Ziele vorbereitet und einen Plan für die nächsten Monate.

Häufige Fragen

Ist es nicht zu früh, mir im ersten Jahr Unterstützung zu holen?

Nein, im Gegenteil. In den ersten Monaten ist noch wenig festgefahren. Wer jetzt Prioritäten setzt und die Ziele klärt, muss später nicht gegen eingefahrene Muster ankämpfen.

Erfährt mein Beirat davon, wenn ich mir Unterstützung hole?

Nicht von mir. Was wir besprechen, bleibt zwischen uns, und ich nehme keinen Kontakt zu Ihrem Unternehmen, Ihrem Beirat oder Ihren Gesellschaftern auf. Wenn Sie privat zahlen, taucht das Sparring nicht einmal in der Buchhaltung auf.

Soll ich als neuer Geschäftsführer die Fehler meines Vorgängers offen ansprechen?

Sprechen Sie über die Lage, nicht über Personen. Beschreiben Sie nüchtern, was Sie vorgefunden haben und was Sie daraus machen wollen. Wer den Vorgänger schlechtmacht, wirkt schnell so, als würde er sich schon im Voraus rechtfertigen.

Der erste Schritt dauert 20 Minuten

In einem kostenlosen Erstgespräch klären wir vertraulich, wo Sie gerade stehen und ob Executive Sparring zu Ihrer Lage passt. Sie bekommen innerhalb von 24 Stunden eine Antwort.

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